Vernissage: “Jedem seinen Raum” am 06. April 2019 um 19 Uhr

Das Kunsthaus Meiningen vertreibt am Samstag, den 06. April 2019, um 19.00 Uhr, die kunstlose Winterzeit mit einer Doppelvernissage. Insgesamt 13 Künstlerinnen und Künstler zeigen Malerei, Fotografie, Konzeptkunst und Skulpturen zur Ausstellung mit dem Titel „Jedem seinen Raum“. In den zwölf Galerieräumen werden Birgit Alberts, Birgit Henkel, Gabriele Bruchlos, Madlen Kehr & Susanne Edelmann, Anneliese Klinke, Harald Bernhardt, Andreas Stäblein, Volkmar Ludewig, Gerhard Bretschneider, Franz Waldemar Rösch und Manuel Gernert ihre Werke präsentieren. Außerdem wird in der Jugendgalerie zeitgleich die Ausstellung der 16-jährigen Meiningerin, Sarah Kieckbusch, mit den Titel „dark art“ eröffnet. Zur Doppelvernissage wird eine szenische Präsentation der Theatergruppe „Tohuwabohu“ gezeigt. Folgende Aussteller haben

Birgit Alberts gab ihren Bilderraum den Titel „Dropping out 2 – Einfach so“. „Einfach so ohne Umschweife auf die Leinwand katapultiert kommen die Bilder daher. Im Verbund von freier Malerei und Collage-Technik, Figuratives neben Abstraktem, entsteht ein Eindruck von spontaner Skurriltät. Die hier verwendeten Schnipsel verwitterter Poster, Fundstücke aus einschlägigen urbanen Szene-Viertelen, bilden zusammen mit zeichenhaften Kritzeleien kleine Fragmentinseln, deren rudimentäre Botschaften die Frauenmotive in ihrem stimmungsvollen Ausdruck verstärken“, so die Künstlerin im Vorfeld. Birgit Henkel wiederum hat eine „ungefähre“ Vorstellung im Kopf und arbeitet zielstrebig auf das gesetzte Ziel hin. „Bilder Monotypien mit Tusche verfeinert. Die Arbeiten entstanden im Zeichenkurs bei Udo Eisenacher“, beschreibt Birgit Henkel ihre Werke.

Ganz nach Erich Kästner – auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen – haben sich Madlen Kehr und Susanne Edelmann ans Werk gemacht. „Einfach Steine die einem immer im Weg liegen in Makroaufnahmen festhalten. Herausgekommen sind dekorative, farbintensive und kontrastreiche Acrylglasbilder. Andere Wege haben auch schöne Steine“, erklären die beiden Künstlerinnen.

Sie arbeitet seit ein paar Monaten mit verschiedenen Acryltechniken und ist ein Urgestein des Kunsthauses: Anneliese Klinke. „Unvohergesehenes in etwas Strukturelles verwandeln. Ein Wirrwarr an Flächen und Formen in eine verständliche Komposition verwandeln, das ist ein spannender Prozess und ich hoffe, dass die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten, in den Bildern zu sehen ist“, umschreibt Anneliese Klinke ihren Beitrag. Der Autodidakt Harald Bernhardt hat seinen Raumwerken den Titel „Gott – Gottglaube – Liturgie“ gegeben. „Drei Blumen mit der Religionssymbolik Kreuz, Davidstern und Sichelmond mit Stern als Narbe stehen für den Wettbewerb der Religionen, das Werben mit duftenden Blumen der Liturgie den besten Gott zu besitzen. Dies ist zugleich eine Ästhetisierung von Gefahren durch Religionsexzesse, wonach Pollen göttlicher Versprechen und Heilsbotschaften gleichsam wie von Bienen verbreitet werden und immer neue göttlichen „Blüten“ zur Geltung verhelfen“, erklärt der 64-jährige Vorsitzende des Kunstvereins.

Expressive Bilder und Skulpturen sind die Spezialität von Andreas Stäblein. Zu sehen sind ab 07. April 2019 extrem farbenfrohe Öl- und Tuschemalerei auf Leinwand. „Dazu wird eine Frau aus Lärchenholz gezeigt, die mit der Kettensäge bearbeitet wurde. Aber auch Pferde sind Motive meiner Arbeiten“, unterstreicht der Künstler sein Ansinnen.

Der Meininger Zeichenlehrer Volkmar Ludewig wird in der Ausstellung ausdrucksstarke Zeichnungen präsentieren. Ulrich Diezmann zeigt fotografische Bilder aus der Serie „X.Berg – Day and Night“. „Es handelt sich um ausgewählte Momente, die in ihren einfachen Kompositionen einen gezielten Blick auf die Welt wiedergeben. Es wird nach einer metaphysischen Ebene hinter vielschichtigen Realitäten gesucht, hinter den Dingen. Die Natur selbst strahlt von einem Lichtpunkt aus, vom Mond, von Lampen, hinter einer Wolke“, erklärt der Künstler Ulrich Diezmann.

Der Fotograf Gerhard Bretschneider nennt seine Bildkomposition „A71“. Gemeint ist dabei die Autobahn. „Der ganz normale Alltag auf der A71: Termin- und frachtbeladen geht es – oft die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges am Limit – dem Ziel entgegen. Nebenbei registriert man vielleicht den Hinweis „Ausfahrt AK“.“, erzählt das Kunsthausmitglied.

Der Kunsthäusler Franz Waldemar Rösch präsentiert in seinen Zeichnungen und Malereien vor allem abstrakt, landschaftliche Arbeiten aus den Jahren 2018 und 2019.

Einer der jüngsten Künstler der Ausstellung zum Saisonstart im Kunsthaus ist Manuel Gernert. „Das Licht erhellt die im Schatten liegenden Regionen, streckt sich nach der Dunkelheit, findet dort ebensolchen Trotz. Scheinbar im Wissen, mit niemand sonst dieses Spiel teilen zu müssen, lassen die Beiden unermüdlich jede Oberfläche, jede Senke und Erhebung in ihre Bewegung einfließen“, beschreibt Manuel Gernert seinen Beitrag. Dabei reichen seine Darstellungen von Menschen, Momenten bis hin zu bildgewordenen Gedanken. Die neue Ausstellung „Jedem seinen Raum“ verspricht ein Feuerwerk der Kunstwerke zu entfachen, auf das man äußerst gespannt sein darf.